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Chemie, 10.07.2013, 12:59

thyssenkrupp Uhde investiert in industrielle Biotechnologie

Produktionsverfahren für biologisch abbaubare Kunststoffe stehen im Mittelpunkt

In Leuna wird heute die europaweit erste Mehrzweck-Fermentationsanlage zur kontinuierlichen Produktion biobasierter Chemikalien eingeweiht. Mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro baut thyssenkrupp Uhde damit seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich biotechnologisch hergestellter Chemikalien auf Basis nachwachsender Rohstoffe weiter aus. Diese Chemikalien dienen unter anderem als Ausgangstoff für biologisch abbaubare Kunststoffe wie Polymilchsäure (PLA) oder Polybutylsuccinat (PBS).

Biokunststoffe eignen sich hervorragend für die Verarbeitung zu Verpackungsmaterialien, Folien oder Textilien. Rund 4,5 Millionen Tonnen Polyethylen (PET) sollen in den kommenden Jahren jährlich durch Biokunststoffe ersetzt werden. Umweltschutz und ein schonender Umgang mit Ressourcen stehen hier im Vordergrund.

Dr. Heinrich Hiesinger, thyssenkrupp Vorstandschef, sieht erhebliche Marktpotenziale: „Die moderne Biotechnologie ist eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. In fast allen Bereichen des Alltagslebens spielen biotechnologische Verfahren, Produkte und Dienstleistungen eine Rolle – zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Medikamente, Pflanzensorten, bei Waschmitteln oder Kosmetika. Die industriell genutzte Biotechnologie ist Teil unserer Wachstumsstrategie. thyssenkrupp verfügt hier über umfassendes Know-how – von der Grundlagenforschung bis zum Betrieb von Versuchsanlagen im industriellen Maßstab.“

Staatssekretär Marco Tullner, aus dem Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, sieht in der Investition eine weitere Stärkung des Chemiestandorts Leuna: „Sachsen-Anhalt hat sich zu einem innovativen Wirtschaftsstandort entwickelt. Qualifizierte Arbeitskräfte, attraktive Gewerbe- und Industrieflächen und eine gut ausgebaute Infrastruktur bieten optimale Rahmenbedingungen – auch für die Industrie. Die Ansiedlung von thyssenkrupp in Leuna macht deutlich, dass wir uns hier klare Standortvorteile für Zukunftstechnologien erarbeitet haben.“

In fünfjähriger Arbeit hatte ein interdisziplinäres Team aus Ingenieuren und Wissenschaftlern von thyssenkrupp Uhde ein lizenzfähiges Verfahren zur Herstellung von Milchsäure entwickelt. Der Umzug des Technikums zur Erforschung biotechnologisch hergestellter Chemikalien erfolgte im August 2012 von Leipzig nach Leuna. Mit der heute eingeweihten Mehrzweck-Fermentationsanlage ist thyssenkrupp Uhde in der Lage, seine im Labor entwickelten Fermentations- und Aufbereitungsverfahren im industriellen Maßstab zu testen: Mehr als 1.000 Tonnen Biochemikalien wie zum Beispiel Milchsäure oder Bernsteinsäure können hier nun pro Jahr produziert werden.

thyssenkrupp Uhde hat weltweit mehr als 5.900 Mitarbeiter und gehört innerhalb des thyssenkrupp Konzerns zur Business Area Industrial Solutions. Schwerpunkte der Unternehmensaktivitäten sind die Planung und der Bau von Chemie- und Industrieanlagen in den Bereichen: Düngemittel, Elektrolysen, Gastechnik, Öl-, Kohle- und Rückstandsvergasung, Raffinerietechnik, organische Zwischenprodukte, Polymere und Synthesefasern sowie Kokerei- und Hochdrucktechnik. Rund um den industriellen Anlagenbetrieb bietet thyssenkrupp Uhde seinen Kunden professionelle Dienstleistungen und Komplett-Lösungen. Weitere Informationen finden Sie auf www.thyssenkrupp-uhde.de

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