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Der Bagger 288 – Ein Gigant unter den Schaufelradbaggern

Eines der schwersten Landfahrzeuge der Welt wird im Braunkohletagebau Garzweiler eingesetzt

Eine Förderleitung von täglich 240.000 Kubikmetern, so schwer wie 8.667 Autos und so hoch wie die Freiheitsstatur – das sind nur einige der Superlative mit denen der Schaufelradbagger 288 aufwarten kann. Eingesetzt wird er seit 2001 im Braunkohletagebau Garzweiler, zuvor schaufelte er im 22 Kilometer entfernten Hambach Kohle aus der Erde. Bei seiner Fertigstellung im Jahr 1978 war der „288“ der größte Schaufelradbagger der Welt und auch heute gehört er noch zu den größten Landfahrzeugen.

Effizient und kostengünstig, das sind die wichtigsten Anforderungen an Maschinen, die beim Abbau von Rohstoffen in großen Mengen und über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden. Und hier kommt die kontinuierliche Tagebautechnologie von thyssenkrupp ins Spiel: Schaufelradbagger sind hierfür die Idealbesetzung. Sie bauen täglich so viel Braunkohle und Abraum ab, wie das 40.000 Arbeiter könnten. 240.000 Kubikmeter – das entspricht mehr als 10.000 voll beladenen Kipplastern. Das Material wird vom Schaufelrad aufgenommen, über drei Meter breite Bandanlagen übernehmen den Transport und Absetzer die Verkippung des Abraums.

Bagger 288 in action

Gigantische Dimensionen – flacher Abdruck

Die Dimensionen des Schaufelradbaggers 288 beeindrucken: 225 Meter lang, 96 Meter hoch, das Schaufelrad setzt sich aus 18 Schaufeln zusammen und hat einen Durchmesser von 22 Metern. Vier Elektromotoren mit je 840 KW trieben das Schaufelrad an. Die Antriebskraft der Schaufel von zusammen 3.360 KW entspricht der Antriebskraft von mehr als 30 Kleinwagen. Der „288“ wird für den Betrieb über dicke Kabel mit 30.000 Volt Strom versorgt. Im Bagger sind mehr als 120 Kilometer Kabel verlegt.

Mit einem Gesamtgewicht von 12.840 Tonnen ist der „288“ ein echtes Schwergewicht. Die große Auflagefläche seiner zwölf Raupen (acht vorne, vier hinten) ermöglicht dem Bagger, über Erde, Schotter und auch Gras zu fahren, ohne eine tiefe Spur zu hinterlassen. Sie ist nicht tiefer als der Fußabdruck eines Menschen.

Dieser Umstand spielte eine große Rolle beim Umzug des Schaufelradbaggers vom Tagebau Hambach zum Tagebau Garzweiler. Mit einer maximalen Fahrgeschwindigkeit von zehn Metern pro Minute, einem Kurvenradius von mindestens 100 Metern und einer maximalen befahrbaren Steigung von einem Meter auf 18 Metern Weg brauchte der „288“ drei Wochen für die 22 Kilometer lange Strecke.

Führerhaus

Vom Führerhaus aus steuert und kontrolliert 1 Baggerführer alle Bewegungen des Schaufelradbaggers. Alle Bewegungen des Gerätes und seiner Bauteile sind durch Sicherheitseinrichtungen gegen Unfälle geschützt. Das Führerhaus kann wie bei einem Aufzug nach oben und unten fahren, damit der Baggerführer immer gute Sicht hat.

Bagger 288

Drehwerk

Ein riesiges Kugeldrehlager befindet sich zwischen dem Unterbau und dem Oberbau des Baggers. Es hat einen Durchmesser von 20 Metern. Der gesamte Oberbau kann über dieses Lager geschwenkt werden und bringt das Schaufelrad in die gewünschte Stellung.

Seilwinden

Der siebzig Meter lange Schaufelradausleger wird mit einer riesigen Seilwinde gehoben und gesenkt und funktioniert wie ein Flaschenzug. Aus Sicherheitsgründen ist das ganze System zweimal vorhanden.

Service-Krane

Für den Aus- und Wiedereinbau beschädigter Maschinenteile verfügt der „288“ an verschiedenen Stellen über 23 Ausbaukrane mit einer Tragkraft von einer bis 35 Tonnen.

Tagebau Hambach

Der Tagebau Hambach liegt mitten im Herzen des rheinischen Braunkohlenreviers. Er wurde 1978 begonnen und ist zurzeit rund 370 Meter tief. Unter seinem 85 Quadratkilometer großen Abbaufeld lagern 2,5 Milliarden Tonnen Braunkohle, die bis zu 450 Meter tief liegen. Der größte Teil des Abraums - im letzten Jahr rund 250 Millionen Kubikmeter - wird auf der bereits ausgekohlten Seite des Tagebaus Hambach wieder verkippt. Die geförderte Braunkohle gelangt auf der 22 Kilometer langen Hambachbahn, einer zweigleisigen Werksbahnstrecke, zu den Abnehmern - den Kraftwerken und Veredlungsbetrieben im Osten des Tagebaus. Der Tagebau Hambach förderte pro Jahr rund 40 Millionen Tonnen Braunkohle.

Der Barracuda - der erste seiner Art

Schaufelradbagger bewegen gewaltige Massen, um wertvolle Rohstoffe ans Tageslicht zu bringen. Bislang kamen sie beim Abbau weicheren Gesteins, wie beispielsweise von Braunkohle, zum Einsatz. Bei härterem Gestein wurde dagegen auf sogenannte Surface Miner zurückgegriffen.
Dies hat sich geändert. Der „Barracuda“ gehört zur neuesten Schaufelradbagger-Generation von thyssenkrupp. Kompakt gebaut ist er mit seiner speziellen Schaufelradkonfiguration auf hartes Gestein spezialisiert und damit eine hocheffiziente Alternative zum Surface Miner.
Der Barracuda ist der erste seiner Art. Gefährliche und umweltschädliche Sprengungen sowie zusätzliche Beladungsvorgänge werden mit ihm überflüssig. So trägt die neue Anlage dazu bei, den Tagebaubetrieb sicherer und effizient zu gestalten.

Mehr zum „Barracuda“ finden Sie hier.
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