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Mit Biomasse zur Klimaneutralität

Von der Holzverkohlung bis zu BioTFueL®

Holzverkohlungsanlage Hnusta-Likier, Tschechoslowakei 1925

1924: Holz bringt ersten Auftrag der Firmengeschichte

Uhde erhält den ersten größeren Auftrag der Firmengeschichte: den Bau einer Holzverkohlungsanlage in der damaligen Tschechoslowakei. Ein wegweisender Einstieg in die chemische Nutzung und Umwandlung fester Kohlenwasserstoffe. Und der erste Schritt auf dem wichtigen Weg zur heutigen Nutzung von Biomasse als grünem Kohlenstoffträger zur klimaneutralen Erzeugung chemischer Produkte.

Koppers-Totzek-Vergasung ab 1941

Kohleveredlung

Technologien zur Kohleveredlung sind gefragter denn je. Auf Beschluss des Kohlesyndikats erfolgt die Gründung der „Gesellschaft zum Studium des Uhde-Verfahrens zur Herstellung von Primärbitumen” und der Auftrag an Uhde, die Kohleverflüssigungs-Technologie bis zur kommerziellen Reife weiterzuentwickeln. Die Planung einer Kohlehydriergroßanlage nach dem Uhde-Verfahren und der Auftrag von Brabag in Zeitz für eine Anlage, die aus Braunkohle Benzin erzeugt, schließen sich an. Auch Heinrich Koppers und sein Mitarbeiter Totzek entwickeln die patentierte Flugstromvergasung, die als Koppers-Totzek-Vergasung weltweit 77 mal gebaut wird und zur Erzeugung von Ammoniak, Methanol, Wasser- und Kraftstoff eingesetzt wird. Dabei überholt sie gängige Kohlevergasungstechnologien im Hinblick auf Effizienz und die unerwünschte Entstehung großer Mengen an Nebenprodukten.

Öl für die Chemieindustrie

Öl ist auf dem Vormarsch. Uhde gehört zu weltweit nur drei Unternehmen, denen Texaco eine Ingenieurlizenz zur weltweiten Vermarktung der Texaco-Ölvergasungstechnologie erteilt. Damit entsteht die Grundlage für den Bau einer Reihe von Texaco-Ölvergasungsanlagen in den folgenden Jahrzehnten.

Ölkrise und Kohlechemie

Die erste Ölkrise führt zu Rückbesinnung auf Kohle. Energieexperten erwarten eine Erschöpfung der Öl- und Gasreserven in wenigen Jahrzehnten. Technologien zur sauberen Nutzung von Kohle und Biomasse erfahren daraufhin wieder Aufwind. Uhde und Koppers begegnen der Ölkrise mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Kohlechemie: Die erste Texaco-Kohlevergasung und die erste Shell-Koppers-Kohlevergasung gehen in Betrieb. Auch die Kohleverflüssigungs- Erfahrung kommt jetzt zur Geltung: Uhde vereinbart mit Mobil Oil Corporation den Bau der weltweit ersten Methanol-to-Gasoline (MTG)-Anlage für die Union Rheinische Braunkohlen Kraftstoff AG in Wesseling. Heute kommt der MTG-Technologie wieder wachsende Bedeutung für die Erzeugung von e-Fuels zu: in Kombination mit grünem Wasserstoff und CO2 aus Industrie-Abgasen kann aus Methanol grünes Benzin erzeugt werden (Carbon2Chem®).

Kombikraftwerke

Auf Basis der gesammelten Erfahrungen aus den Aufträgen für eine Torf-Vergasung zur Ammoniak-Erzeugung in Finnland und einer Braunkohle-Vergasungsanlage zur Methanol-Erzeugung in Berrenrath steigt Uhde mit dem Projekt KoBra in das Kombi-Kraftwerksgeschäft (IGCC) ein. Die Idee: Durch eine vorgeschaltete Kohlevergasung kann ein Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk mit Kohle betrieben werden und CO2-Emissionen um 30 % gegenüber konventionellen Kohlekraftwerken gesenkt werden. 1998 wird das bis heute größte einsträngige IGCC der Welt auf Feststoffbasis in Puertollano, Spanien für Elcogas in Betrieb genommen: Die Anlage erzeugt 320 MW Strom in einem Vergaser, der Steinkohle mit Raffinerierückständen und Biomasse zu sauberem Strom umwandelt. Im Jahr 2020 wird die uhde® entrained-flow gasification-Technologie erstmals zu 100 % mit Biomasse betrieben: im Projekt BioTfueL in Dünkirchen, Frankreich. BioTfueL ermöglicht die klimaneutrale Erzeugung von Flugtreibstoff (Kerosin), der aus Biomasse generiert wird und schließt so den Bogen – von den Anfängen in der Tschechoslowakei bis heute – in 100 Jahren Firmengeschichte.